Ev.-Luth. Kirchgemeinde Liebertwolkwitz

Jahreslosung 2018: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." (Offenbarung 21,6)

Orgel

Aus den Akten der Kirchgemeinde Liebertwolkwitz haben wir folgende Informationen zu unserer schönen Orgel:

Der erste Briefwechsel zwischen Gottfried Hildebrand und dem damaligen Pastor Achilles hatte zu Beginn des Jahres 1887 stattgefunden. Es ging um eine Reparatur der Orgel und um die Verlegung und den Neubau des Gebläses. Am 10. Februar 1887 reichte Hildebrand einen entsprechenden Kostenanschlag mit Disposition der vorhandenen Orgel ein. Aus den Akten geht nicht hervor, warum die Reparatur dann unterblieb. Nur das Gebläse hatte Hildebrand 1887 neu gefertigt. Am 13. März des Jahres 1890 reichte er wieder einen Kostenanschlag ein, nun zum Bau einer neuen Orgel für 6345 Mark. Die hier angegebene Disposition entspricht dem heutigen Instrument, nur die Hohlflöte 8′ und die Ergänzung des Cornet nach unten hin hatte er “ohne Vorwissen und Genehmigung des Kirchenvorstandes” nachträglich angebracht. Am 2. Dezember 1890 wurden 1184 Mark für “ein im Renaissancestyl erbautes Orgelgehäuse aus gutem Kieferholz nebst poliertem Spielschrank und Orgelbank” veranschlagt.
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Ende des November im Jahre 1890 erhielt Carl Piutti, Organist an der Thomaskirche zu Leipzig, den Auftrag, die neu erbaute Orgel zu prüfen. Am Montag nach der Orgelweihe (wahrscheinlich Anfang Dezember geschehen) und Anfang des Jahres 1891 weilte Piutti in Liebertwolkwitz und am 29. Januar 1891 reichte er das 9-seitige Gutachten ein, worin u.a. zu lesen ist: “Die Leistungsfähigkeit der Orgel nach verschiedenen Seiten hin im Spiel erprobend, ihre einzelnen Stimmen gegeneinander abwägend und in ihre mancherlei Verbindungen benutzend gewann ich den ersten Eindruck. Er war ein wohlbefriedigender und hat sich bei der nachfolgenden Prüfung auch bestätigt. Es fehlt der Orgel nicht an der nöthigen Kraft im vollen Werk, ebensowenig an der genügenden Zahl characteristischer Stimmen. Bereits die Disposition (…) läßt eine glanzvolle, wohlgelungene Anordnung erkennen…”
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Die umfassende Restaurierung erfolgte 1995 durch die Orgelwerkstatt Christian Scheffler (Wiedereinweihung am 7. Mai 1995) seitdem finden regelmäßig Erinnerungs-Konzerte jeweils am 7. Mai des Jahres statt.
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Disposition:

Hauptwerk C-f”’

1.  Bordun 16′
2. Prinzipal 8′
3. Hohlflöte 8′
4. Viola di Gamba 8′
5. Gemshorn 8′
6. Rohrflöte 8′
7. Octave 4′
8. Gedackt 4′
9. Octave 2′
10. Cornet 3-fach (vom kleinen g abwärts 2-fach)
11. Mixtur 4-fach 2 2/3

Oberwerk C-f”’

12. Lieblich Gedackt 16′
13. Geigenprinzipal 8′
14. Flut d’Amour 8′
15. Gedackt 8′
16. Salicional 8′
17. Octave 4′
18. Dolce 4′
19. Violine 2′

Pedal C-d’

20. Subbass 16′
21. Violonbass 16′
22. Octavbass 8′
23. Cello 8′
24. Posaune (durchschlagend) 16′

Nebenzüge:

25. Manualkoppel
26. Pedalkoppel
27. Calcantenruf (jetzt der Motorschalter)

Pfeifenanzahl: 1394, davon 30 klingende und 6 stumme Prospektpfeifen, ein Magazin- und ein Keilbalg mit doppeltwirkender Luftpumpe durch zwei Schöpfer als Zubringer.